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Wie ich wurde, was ich nie sein wollte: Lehrerin



Nie wollte ich Lehrerin sein. Wirklich. Nie! Erst habe ich mein Studium in Grundschulpädagogik abgebrochen, kurz danach das Studium auf Lehramt für Gymnasium, denn schon in den ersten Praktika habe ich gemerkt, dass ich keine autoritäre Person sein möchte, dass ich mich schlecht abgrenzen kann von den Kids, denen ich mich immer so verbunden fühle. Und lange habe ich an die elendige Erzählung vom Scheitern auf ganzer Linie und an die Vorwürfe meiner Familie geglaubt, dass ich es einfach nicht genug versucht hätte. Erst jetzt merke ich: es lag nicht an mir, es liegt an den Strukturen. Ich bin selbst nie gern zur Schule gegangen, war konstant Opfer von Mobbing und Ausgrenzung. Schule war für mich immer mit Unsicherheit und Gewalt verbunden - ein Glück, dass mich meine Intuition im Studium dann vor Schlimmerem bewahrte. Und heute? Bin ich Lehrerin, jedoch in den Strukturen, die ich mir selbst geschaffen habe. Ich arbeite kreativ mit den Kindern und Jugendlichen, kann auf emotionaler Ebene connecten und muss nicht benoten oder Aufsichtsperson sein. Ich darf auf kreativer Ebene in Kontakt gehen und erlebe die wunderbarsten Momente außerhalb eines Schulkontextes. Ich bin sehr dankbar, dass ich diesen Job machen darf, der mich unheimlich glücklich macht.



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