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Nahaiwrimo 2023 - ein Fazit mit Ergebnisschau

In meinem Blogartikel zum Haiku-Monat Februar habe ich bereits gezeigt, was das Haiku dichten für dein Schreiben tun kann. Ich selbst habe in diesem Jahr das erste Mal am Nahaiwrimo teilgenommen und mir für diese Challenge folgende Kriterien auferlegt:


1. First Try: Wenn der erste Entwurf überzeugt, stehen lassen!

2. Schnelligkeit: insgesamt nicht mehr als 10 Minuten pro Tag aufwenden!


Meine Zielsetzung

Ich wollte schnelle Erfolge erleben und dabei den geringstmöglichen Aufwand betreiben.

Das Haiku schreiben im Februar sollte für mich eine tägliche Kreativitätsübung sein, zu der ich mich nicht immer wieder überwinden muss, sondern die mir schnell von der Hand geht.

Ein weiteres Ziel der Haiku-Challenge war (und ist noch immer) das Verlernen eines unangebrachten Perfektionismus. Mir fällt es sehr schwer die Finger von meinen einmal geschriebenen Texten zu lassen. Immer wieder korrigiere ich, schreibe um, zweifle und verliere manchmal dabei den eigentlichen initialen Gedanken, die Ursprungsidee aus den Augen.

Mit meiner „First-Try-Methode“ wollte ich dem entgegenwirken und mich dazu zwingen, einmal Geschriebenes stehen zu lassen und damit den künstlerischen Schaffensprozess, der den Vers hervorgebracht hat, anzuerkennen und wertzuschätzen.

Für mich absolutes Neuland und mit ein wenig Herzklopfen verbunden war dabei das tägliche Posten meines Tages-Haiku auf Instagram. Die Veröffentlichung hat dabei restriktiv gewirkt, so dass ich, einmal gepostet, nichts mehr an meinem Haiku verändern konnte - selbst wenn ich es gewollt hätte.


Und, Wie lief’s?

Wie es in kreativen Prozessen eben so ist, lief es an manchen (den meisten) Tagen ziemlich gut, an anderen weniger. Allerdings konnte ich nach den ersten zwei Wochen eine Tendenz erkennen: Meine Haiku wurden besser. Beim Schreiben hielt ich mich an meine beiden Vorgaben (First Try & Zeitvorgabe) und produzierte insgesamt weit mehr Haiku, als ich dann letztendlich veröffentlichte. Beim Schreiben etablierte ich unbewusst eine (für mich) neue Art zu dichten:

Statt lange an einer Formulierung herumzufeilen, schrieb ich stattdessen in meinem täglichen 10-Minuten-Slot fünf oder sechs Haiku. Ich verwendete in einer Schreibzeit immer wieder die gleichen Wörter und Begriffe, kombinierte neu, ergänzte und hatte am Ende der Session eine Auswahl an Haiku, die ich dann ggf. noch einmal miteinander kombinierte.

Natürlich gab es auch Tage, an denen ich erfolgreich meine First-Try-Methode anwenden konnte. Das Verhältnis der beiden Ansätze lässt sich mit etwa 70 zu 30 beschreiben: in etwa 70% der Fälle schrieb ich mehrere Haiku, die ich kombinierte, bis ich zufrieden war und in etwa 30% der Fälle hatte ich einen „First-Try-Moment“. Im Verlauf fiel mir allerdings auf, dass diese Momente zum Ende meiner Haiku-Challenge zunahmen. Yay.



Mein Fazit

First: die Haiku-Challenge hat mir ultra viel Spaß gemacht UND über die 28 Tage des Februars konnte ich eine Verbesserung meines Schreibens feststellen, das hat mich motiviert. Insgesamt hatte ich vielleicht zwei oder drei Tage, an denen mir gar nicht nach Schreiben zumute war, den Rest der Zeit habe ich das Haiku dichten sehr genossen. Als kurze Kreativitätsübung schult das Schreiben der Verse einen poetischen Blick auf den Alltag. Ich kann sagen, dass sich durch das kontinuierliche Haiku schreiben mein Blick auf Alltagsdinge verändert hat. In den 28 Tagen der Challenge habe ich gelernt noch mehr auf Kleinigkeiten zu achten und in Alltagsmomente hineinzuspüren. Das Kondensieren dieser Momente auf wenige Reizworte, die dann in einem einzigartigen Arrangement, diesen einen kurzen Augenblick abbilden, hat mich künstlerisch wirklich bereichert. Eine neue Erfahrung war auch, völlig unvorbereitet und unvoreingenommen in den kreativen Moment zu gehen. Mir, als absolutem Kontrollmenschen, hat diese Übung zu spürbar mehr künstlerischer Selbstsicherheit verholfen.


Ich freue mich also schon auf das nächste Jahr und schließe bis dahin nicht aus, immer mal wieder eine ganz persönliche Haiku-Challenge für mich auszurufen.


Ergebnisschau

Nachfolgend findest du alle Haiku, die ich im Februar 2023 geschrieben habe:





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