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Lesetagebuch - Madeline Miller: Ich bin Circe

Willkommen auf meinem kleinen Leseblog. Hier führe ich ein persönliches Lesetagebuch und teile meine Lieblingsbücher und Herzenstexte.


Madeline Miller: Ich bin Circe. Roman. Erschienen 2020 im Eisele-Verlag. 528 Seiten, 18€.

Der Inhalt in einem Satz:

Circe, die unangepasste und wilde Tochter des Sonnengottes Helios wird von ihrem Göttervater und dem Rest der göttlichen Familie zunächst als missraten gemieden und verspottet und späterhin auf die einsame Insel Aiaia verbannt, wo sie zu ihrer wahren Bestimmung findet.


Meine Gedanken zur Lektüre:

Eigentlich tue ich mich eher schwer mit sehr dicken Büchern, doch in diesen Sommer ist alles anders. Der Roman von Madeline Miller zieht mich sofort hinein, in die göttlichen Paläste des Helios und des Zeus. Ich versinke in der Geschichte, die aus der Perspektive der Circe erzählt wird. Die Göttertochter hat einen ungezähmten Charakter und macht sich Nichts aus dem Bling Bling der Paläste. Sie ist empfänglich für das Leid der Menschen und aufgrund dieses schwächlichen Makels, verbannt ihr Vater sie auf eine einsame Insel. Und das ist das Beste, was ihr passieren konnte, denn dort entdeckt Circe über die Jahrhunderte und Jahrtausende die Magie der Natur. Sie lernt Tiere und Pflanzen zu verstehen und eignet sich die Kraft der Zauberei an. Am Ende wird sie eine mächtige Magierin und trifft auf ihrem verschlungenen Weg auf den verzweifelten Daidalos, den gefüchteten Minotaurus, die tragische Medea, kämpft gegen das Ungeheuer Scylla und hilft dem einzigartigen Odysseus, auf seiner Heimfahrt nach Ithaka.


Dieser Roman ist eine Naturgewalt. Der weibliche Blick auf traditionell männlich geprägte mythologische Zusammenhänge ist sehr erfrischend. Im Buch werden viele weibliche Themen verhandelt: Es geht um Angst, sexualisierte Gewalt, Freundschaft, Sehnsucht, männliche Kontrollmechanismen, Mutterschaft, die weibliche Wut und Leidenschaft. Es ist eine Geschichte der Suche nach Wahrhaftigkeit, eine Geschichte der Ermächtigung und des Findens der eigenen Stärke in und durch sich selbst.


Mein Fazit:

Ein Sturzflug durch die griechische Mythologie, mit einem ausgeprägten feministischen Drall. Wunderbar!


Meine Bewertung:

9/10 Herzchen



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