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F l u c h t e n

Kurzgedachtes. Momentaufnahmen. Gedankensplitter.



Meine Fluchten sind Viele, sind

niemals gradlinig:

bin geflohen aus Häusern und

Beziehungen //

fliehe vor

Wahrheiten, Realität und Verantwortung /

fliehe vor Familie, Vergangenheit,

Trauma

bin durchzogen von Schmerz, der

in der Erinnerung lebt //

fliehe im ZickZack, fliehe

vor Ängsten, die an Spinnenfäden kleben /

fliehe vor

Monotonie und

dem Konzept der Verbitterung //

.

bin geflohen aus Städten und

Gruppen //

fliehe vor

falschen Erwartungen, Krankheit und Lebensekel /

fliehe vor Mutlosigkeit, Tinnitus,

Unsichtbarsein

bin durchzogen von Defekten, die

mich längst besitzen //

fliehe gerade so viel, dass

ich nicht gänzlich entkomme

fliehe vor

den scharfen Kanten meiner Gedanken,

dem weißen Schwan in dir //

.

bin geflohen aus Betten und

Banden //

fliehe vor

Leerstellen, Zweifel und Winter /

fliehe vor Schwermut, Dunkelheit,

Träumen

bin durchzogen von Zwischenräumen, die

strahlen mit Worten //

fliehe vor Bedauern, das

träge in mir pocht

fliehe vor

meinen Fluchten, denn sie sind Viele, werden

niemals gradlinig sein.

--

(c) Ulrike Lichtenberg

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